9.7.07

Lektion: Seien Sie... Dieter Thomas Heck!

Mit Bedauern haben wir vernommen, dass das ZDF Dieter Thomas Heck bald nicht mehr als Moderator einsetzen wird. Unser Lehrplan ist flexibel genug, um eine Lektion in der Kategorie "Seien Sie..." einzuschieben.

Deshalb wollen wir heute lernen, wie Dieter Thomas Heck zu sein.

Wir beginnen mit den üblichen zwei TV-Standardsätzen. Der erste TV-Standardsatz für Dieter Thomas Heck lautet:

Begrüßen Sie mit mir
meine reizende Assistentin Monika Sundermann!

Sieht sie nicht wieder bezaubernd aus?

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass dieser TV-Standardsatz einen Applaussatz beinhaltet: Die rhetorische Frage "Sieht sie nicht wieder bezaubernd aus?" zwingt die Leute zum Klatschen. Eine Glanzleistung in der Kunst der herrlich-schrecklichen TV-Moderation.

Unser zweiter TV-Standardsatz ist Dieter Thomas Hecks Formel für die Ansage deutscher Schlagersänger:

Hier ist er: Der Bernd! Der Clüver! Bernd Clüver!!

Also: Vorname - Nachname - Vorname+Nachname

Wir üben:
Der Bernhard! Der Brink! Bernhard Brink!!
Der Wolfang! Der Petry! Wolfgang Petry!!

Dieter Thomas Heck ist allerdings ein solch großes Show-Kaliber, dass wir bei ihm mit TV-Standardsätzen allein nicht auskommen.

Sie benöten außerdem ein goldenes Kettchen, das Sie am rechten Handgelenk tragen:
Mit dem Armkettchen üben Sie die für Dieter Thomas Heck so typische kreisende Handbewegung.

Außerdem brauchen Sie ein Fernsehballett:

Unsere TV-Merkregel für Dieter Thomas Heck lautet:

Ich höre mich am liebsten selber reden.
Und das stundenlang.


Zu dieser TV-Merkregel wollen wir nun eine Leseübung machen.

Es ist ein Originalinterview mit Dieter Thomas Heck (Quelle: www.gerwin.de). Im folgenden Text sind jedoch die Fragen des Reporters weg gelassen und nur Hecks Antworten wieder gegeben, und zwar nahtlos aneinander gereiht.

Diese Leseübung erfordert ein wenig Konzentration. Zur Erleichterung sind die Wörter und Silben, die Sie als Dieter Thomas Heck betonen sollen, optisch hervor gehoben. Gehen Sie an diesen Stellen mit der Stimme deutlich nach oben und sprechen Sie die einzelnen Silben mit zeitlicher Verzögerung und gedehnten Pausen dazwischen aus. Wir sprechen hier auch von der Heckschen Betonung.

Wir üben diese Hecksche Betonung gemeinsam an dem ersten Satz des Textes. Er lautet:

"Melodien für Millionen" war sicherlich eine der erfolgreichsten Sendungen für den deutschen Schlager.

In der "Heckschen Betonung" sieht der Satz so aus:

Melo-di-en für Mil-lio-nen war sicherlich eine der er-folg-reichsten Sendungen für den deutschen Schla-ger.

Sagen Sie sich vor der Leseübung laut "Ich bin Heck!" vor. Dann beginnen Sie laut zu lesen:

"Melo-di-en für Mil-lio-nen" war sicherlich eine der er-folg-reichsten Sendungen für den deutschen Schla-ger. Bei der Sendung zu Gunsten der deutschen Welthungerhilfe beispielsweise wurde aber nicht nur deutsch gesungen. Ich bin der Mei-nung, wenn man Menschen mit einer bunten Sendung eine Freu-de macht - es werden ja leider immer weniger Sendungen dieser Form produziert - sollte man versuchen, Fröh-lich-keit ins Haus zu bringen, auch ein bisschen Nach-denklichkeit. Das ist eine gute Kombination: zu helfen und zu unterhal-ten. Wenn man fröhlich ist, sollte man auch nach-denken. Es kann nicht immer nur die Fröhlichkeit vorherrschen. Das hängt wohl ein bisschen mit unserem Glau-ben zusammen, bei dem man auch nachdenken muss. Wer nicht glaubt, wird wohl nie wissen, wie das Leben wirklich ist. Es gibt so viele Situationen, in denen man - wie ich es immer etwas salopp ausdrücke - dem Jungen da oben etwas sagen, ihn fragen oder dankbar sein möchte. Denn es ist ja nicht al-les selbstverständlich. Ich muss eigentlich jeden Tag fünfmal beten. Aber dafür muss ich nicht in die Kirche gehen, obgleich ich nach wie vor in der Kirche bin und nach wie vor Kir-chen-steuer zahle. Was viele nicht mehr tun. Das kann ich nicht. Aber ich habe meine Kirche in meinem Her-zen. Das ist wichtiger. Zu Hause betete ich je-den A-bend mit meiner Mutter oder mit meinem Vater, als er aus der Krieggefangenschaft zurückkam. Das haben wir auch mit unseren Kin-dern jeden Abend getan und gesagt: "Dan-ke, lieber Gott!" - Es war immer so schön. Jetzt habe ich ein Buch mit Ge-be-ten geschrieben. In Sendungen sage ich nie "Ich", höchstens dann, wenn ich um Ver-zei-hung bitte. An einer Sendung arbeiten immer vie-le Menschen. Ob das meine Frau ist, unsere Tochter oder unser Redakteur, al-le möglichen Menschen, die dazugehören. Jeder ein-zelne trägt zum Gesamten bei. Ich könn-te ja gar nicht ohne Crew. Was wäre das für eine Über-heb-lich-keit, ständig "Ich" zu sagen. Das könn-te ich nicht, weil ich's nicht füh-le.
Quelle: www.gerwin.de

Danke, Dieter Thomas Heck, für die außergewöhnlichen Show-Stunden!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hier ist Hamburg und der hans, der mann, der hansmann bedankt sich in tiefster verbundenheit für diesen ganz ganz grossen hit des deutschen traumbloggens!

ganz im ernst, hat mir sehr geholfen danke