5.3.10

Lektion: Der gigantische ZDF-Nachrichtentisch

Foto (c) ZDF
Heute wollen wir lernen, wie wir uns den Nachrichtentisch aus den ZDF-Sendungen "Heute" und "Heute-Journal" selber bauen.

Dazu müssen wir wissen: Dieser Nachrichtentisch hat eine Holzoberfläche und ist vor allem eines: überdimensional groß. Er ist so fürchterlich groß, dass die Moderatoren in der Totalen wie zu Hobbits geschrumpft aussehen und hinter dem Tisch, der länger als die gesamte Brücke vom Raumschiff Enterprise ist, fast verschwinden.

Wie soll man nun an ein so gewaltiges Stück Holz kommen? Das ist ganz einfach. Die größten Bäume der Welt findet man im Nordwesten der USA. Sie können eine Höhe von 110 Metern erreichen und werden mehr als 1500 Jahre alt. Diese Mammutbäume sind für unseren ZDF-Nachrichtentisch ideal. Die meisten dieser Bäume stehen in der kalifornischen Sierra Nevada und an der Küste zwischen Los Angeles und Seattle. Also einfach dort hinreisen, einen der Mammutbäume fällen, zu Hause zurecht zimmern, sich dahinter stellen und anfangen zu moderieren: "Auch wenn Sie mich nicht sehen können, ich bin da und moderiere jetzt das "Heute-Journal". Guten Abend!".

16.3.09

Lektion: Moderator des Heute-Journals

An diesem Nachrichtenpult könnten Sie stehen. Deshalb wollen wir heute lernen, das Nachrichtenmagazin "Heute-Journal" zu moderieren. Das ist ganz einfach.

Um das "Heute-Journal" moderieren zu können, müssen Sie nur zwei Sätze beherrschen. Unsere zwei TV-Standardsätze für das "Heute-Journal" lauten:

Es folgen die Nachrichten mit Gundula Gause.

und

Das Gespräch haben wir vor dieser Sendung aufgezeichnet.

Wenn Sie mit diesen beiden TV-Standardsätzen schon etwas Übung haben, können Sie sich an den Variationen versuchen. Wir beginnen mit dem ersten TV-Standardsatz:

Es folgen die Nachrichten mit Gundula Gause.

Wir variieren:
Variation 1:
Es folgen die Nachrichten mit Heinz Wolf.

Variaton 2:
Es folgen die Nachrichten mit Heinz Gause.

Variation 3:
Es folgen die Nachrichten mit Gundula Wolf-Gause.

Variation 4:
Heinz Wolf folgt Gundula Gause nach Hause.

Variation 5:
Die Gundula hat was mit dem Heinz.


Nun zum zweiten TV-Standardsatz für die Moderation des Heute-Journals:
Das Gespräch haben wir vor dieser Sendung aufgezeichnet.

Wir variieren wieder:
Variation 1:
Diese Sendung haben wir vor dieser Sendung aufgezeichnet.

Variation 2:
Wir haben Gundula Gause vor dieser Sendung aufgezeichnet.

Variation 3:
Heinz Wolf hat Gundula Gause vor dieser Sendung aufgezeichnet.

Variation 4:
Heinz zeichnet Gundula öfter mit der Videokamera auf.

Das nächste Mal lernen wir, wie wir dem Heinz die Kamera weg nehmen und ihm die Gundula ausspannen.

25.8.08

Lektion: Rosamunde-Pilcher-Dialog

Heute wollen wir lernen, wie wir einen Dialog für einen Rosamunde-Pilcher-Film schreiben.

Wir tun das in Form der folgenden Übung:

Aufgabe ist es, ein romantisches Gespräch zwischen einer Frau und einem Mann zu verfassen. Vorgegeben sind 10 Substantive, die alle in den Dialog eingebaut werden müssen. Diese 10 Substantive lauten:

Ärztin Praxis Gutshof  Vater Stallbursche Wagen Gewehr Spritze Schmerzen Mixturen

So, dann mal los! Versuchen Sie sich an Ihrem ersten eigenen Rosamunde-Pilcher-Dialog! Zur Überprüfung können Sie Ihre Version mit der folgenden Musterlösung vergleichen. Es ist ein Gespräch zwischen zwei sich aufrichtig und leidenschaftlich liebenden Menschen, voller Poesie und tiefer, zärtlicher Gefühle.

Er: Ich heiße Eric.

Sie: Ich heiße Lea.

Er: Ich bin Gutsherr und habe einen Vater.

Sie: Ich bin Ärztin und habe eine Praxis.

Er: Mein Vater ist reich.

Sie: Das macht mich weich.

Er: Ich liebe Frauen wie Sie.

Sie: Ich liebe Erben wie Sie.

Er: Mein Vater ist sehr krank.

Sie: Gott sei Dank!

Er: Mein Vater wurde angeschossen.

Sie: Das macht mich nicht verdrossen.

Er: Mein Vater hat starke Schmerzen.

Sie: Ich liebe sein Geld von Herzen.

Er: Sie scherzen!

Sie: Ihr Vater braucht eine Spritze.

Er: Sie sind spitze!

Sie: Ich mache keine Witze.

Er: Ich bin Gutsherr und habe einen Vater.

Sie: Ich bin Ärztin und habe eine Praxis.

Er: Ich liebe Ihre Güte.

Sie: Ich liebe den Wert Ihrer Güter.

Er: Ich habe wertvolle Uhren.

Sie: Und ich dunkle Mixturen.

Er: Auch für meinen Vater?

Sie: Holen Sie schon mal den Pater.

Er: Meine Frau starb durch einen Unfall.

Sie: Was für ein Zufall.

Er: Es gab einen Knall.

Sie: Und dann einen Fall.

Er: Sie wissen so viel.

Sie: Ich habe ein Ziel.

Er: Ich bin Gutsherr und habe einen Vater.

Sie: Ich bin Ärztin und habe ein Praxis.

Er: Mein Vater wird sterben.

Sie: Sie werden ihn beerben.

Er: Möchten Sie mich umwerben?

Sie: Ich habe große Pläne.

Er: Ich habe ein großes Herz.

Sie: Ich habe ein großes Gewehr.

Er: Ich liebe Sie sehr.

Sie: Ich will aber mehr.

Er: Ich habe einen Stallburschen.

Sie: Der interessiert mich sehr.

Er: Ich zeige Ihnen auch meinen neuen Wagen.

Sie: Was Sie nicht sagen.

Er: Ich habe ein Foto von ihm geschossen.

Sie: Ich habe Ihre Frau erschossen.

Er: Sie sind so entschlossen.

Sie: Ich gebe Ihrem Vater jetzt seine Spritze.

Er: Durch Sie wird er gesund.

Sie: Durch Sie werde ich reich.

Er: Seine Wunde ist noch offen.

Sie: Mein Gewehr hat nicht richtig getroffen.

Er: Ohne ihn muss ich alles verkaufen.

Sie: Sie werden alles versaufen.

Er: Ich liebe Sie aber.

Sie: Was für ein Gelaber.

Er: Ich bin Gutsherr und...

Sie: Wo ist Ihr Stallbursche?

Das nächste Mal lernen wir, wie viele Morde in deutschen Wohnzimmern nach Ausstrahlung eines Rosamunde-Pilcher-Films geschehen.

19.11.07

Lektion: Wer oder was ist Schmocher?

Heute wollen wir lernen, warum die Sendung "Schmidt & Pocher" nicht lustig ist, und was wir tun müssen, damit wir es genau so schlecht machen können.

Das ist ganz einfach. Um die Sendung von Harald Schmidt und Oliver Pocher genau so wenig lustig zu machen wie sie ist, müssen wir nur drei Regeln beachten:

Regel 1:
Ich quatsche dir ins Wort, und du quatschtst mir ins Wort, so dass keiner mehr etwas versteht.

Regel 2:
Ich mache dir deine Gags kaputt, und du machst mir meine Gags kaputt, so dass gar nichts mehr lustig ist.

Regel 3:
Damit niemand merkt, wie schlecht das alles ist, lachen wir selbst pausenlos über unsere nicht funktionierenden Gags und über unsere vom normalen TV-Zuschauer nicht zu verstehenden, endlosen und nervtötenden Insider-Anspielungen.
(Hier sind wie übrigens wieder bei einer unserer allerersten TV-Merkregeln, die bei "Schmidt & Pocher" wunderbar erfüllt wird: Der Zuschauer ist blöd bzw. er muss das Gefühl haben, dass er von Fernsehen keine Ahnung hat)

Für "Schmidt & Pocher" gilt:
Das Ganze ist weniger als die Summer seiner Teile.
bzw.
Die Sendung ist weniger als die Summer seiner Moderatoren.


Und wie können wir all dem noch eins drauf setzen? Indem wir ganz einfach den Titel ändern und aus "Schmidt & Pocher"

"Schmocher"


machen.

Das nächste Mal lernen wir, wie wir Stefan Raab integrieren und aus "Schmocher" die Sendung "Schmaabrocher" machen.

22.8.07

Lektion: Sänger-Comeback

Heute wollen wir lernen, was wir als Schlagersänger in einer Talkshow über unser Comeback erzählen.

Hierfür stellen Sie sich vor, dass es mit Ihrer Karriere in den vergangenen Jahren kontinuierlich bergab ging. Jedes Album verkaufte sich schlechter als das vorhergehende. Konzerthallen waren schon lange nicht mehr zu füllen. Nach einer mehrjährigen - natürlich sagen Sie im Fernsehen: "kreativen" - Pause, in der es keine Plattenfirma wagte, mit Ihnen noch etwas aufzunehmen, hat sich schließlich doch noch ein mittelmäßiger Musikproduzent dazu überwunden, mit Ihnen eine neue CD heraus zu bringen.

Und jetzt sitzen in einer Talkshow, in der Sie die Möglichkeit haben, diese neue CD zu bewerben.

Die Fragen, die da kommen, sind immer die selben. Ein Beispiel: Reinhold Beckmann würde Sie mit Sicherheit fragen:

Ich habe das Gefühl, das ist ein anderer als vor einigen Jahren, der uns auf dieser neuen CD etwas mitteilen will. Empfinden Sie das genau so?

So eine Frage - und eine dieser Art kommt garantiert, egal in welcher Talkshow Sie sitzen - ist ein Freifahrtsschein für Ihr endloses, unerträgliches persönliches Gelabere! Hier in Blau Ihre Antworten, und darunter der wahre Sachverhalt. Sie sagen:

Meine neue CD unterscheidet sich grundsätzlich von den vorhergehenden.
Von wegen: die gleichen Herz-Schmerz-Liebe-Abschied-Nummern wie schon auf den 12 CDs vorher.

Ich habe mich seit meiner letzten CD musikalisch weiter entwickelt.
Na klar..., wie eben.

Ich habe mich dieses Mal in die Texte selber eingebracht.
Glatt gelogen: Die Texte wurden Ihnen bei dem finanziellen Wagnis jetzt erst recht vorgeschrieben.

Ich habe in den Texten meine persönlichen Erlebnisse der vergangenen Jahre verarbeitet.
Was ist denn alles passiert: keine CDs mehr verkauft, Streit mit Manager, jahrelang kein TV-Auftritt mehr.

Ich war nie "richtig weg".
Wieder gelogen: Sie waren weg, und in vier Wochen werden Sie es wieder sein.

Das nächste Mal lernen wir, dass wir die selben Antworten schon in ein paar Jahren wieder geben können.

11.8.07

Lektion: Kochen für Verrückte

Heute wollen wir lernen, wie wir bei "Kerner kocht" als Fernseh-Koch mitmachen können.

Das ist ganz einfach. Denn dabei geht es nicht ums Kochen, sondern darum, in das endlose und unerträgliche Gequatsche einzusteigen, das da jeden Freitag Abend vier bis fünf egozentrische Köche und ein dazulabernder Moderator produzieren.

Um bei dem ganzen Gequatsche mithalten zu können, müssen Sie einzig und allein einen Zungenbrecher beherrschen. Üben Sie diesen Zungenbrecher so oft, bis Sie ihn mühelos und flüssig aussprechen können. Dann sind Sie reif für "Kerner kocht"!

Der Zungenbrecher lautet:

Wer Kerners quatschende Köche kochen kuckt,
kriegt krasse Krätze und gar's Kotzen.

Und mit dem Relativsatz beginnend, lautet unser Satz:

Krasse Krätze und gar's Kotzen kriegt,
wer Kerners quatschende Köche kochen kuckt.

Ein paar mal flüssig lesen, und schon können Sie sich zu Kerners verrückten Köchen dazustellen und wunderschön mitquatschen.

Das nächste Mal lernen wir giftige Zutaten, die im Körper toter Fernseh-Köche nicht nachzuweisen sind.

Foto Copyright (c) DVD ZDF Kerners Köche

7.8.07

Lektion: Best of Promis

Heute wollen wir von TV-Prominenten lernen, wie wir uns im Fernsehen besonders gut ausdrücken.

Wir tun das mit Original-Zitaten allseits beliebter TV-Stars. Anhand dieser Aussprüche wird schnell klar, dass Prominente nicht Menschen wie andere sind. Sie sind Berufene, ja - Götter der Tele-Vision, die dem kleinen Mann vor dem Fernseher mit ihren geistigen Ergüssen sowohl inhaltlich als auch in der Ausdrucksweise weit überlegen sind. Wie gesagt: Alle folgenden Aussprüche sind Original-Zitate.

Frauke Ludowig:
"Das trenne ich konsequent: Beruf und Job."

Alfred Biolek:
"Ich esse am liebsten Geflügel,
wie Hühnchen oder Kaninchen."


Arabella Kiesbauer:
"Und was ist, wenn du einen Unfall baust,
und dadurch einen vierköpfigen Familienvater umbringst?"


Anke Engelke:
"Ich suche noch einen Partner
für meine Solokarriere."


Jürgen Fliege:
"Sie sagen, der Schlangenbiss ist tödlich.
Wie tödlich?"


Gunther Gabriel:
"Der Mann muss der Frau
den Auspuff schweißen können."


Das nächste Mal schauen wir uns Röntenbilder der Sprachzentren im Gehirn ausgewählter TV-Promis an.